Sanierung von quecksilberbelasteten Flächen

Update: die Bodeninhaber sind von der Beteiligung an Sanierungskosten bei den gesetzlichen Sanierungen befreit. Mehr Informationen unter Medienmitteilungen.

 

Bei einer Quecksilbersanierung wird der kontaminierte Boden resp. Untergrund abgetragen und durch sauberes Material ersetzt. Das kontaminierte Material wird mit konventionellen Baumaschinen ausgehoben, allenfalls auf separaten Haufen geordnet zwischengelagert und/oder direkt auf Transportmittel aufgeladen. Anschliessend wird es einer fachgerechten Entsorgung zugeführt. Allfällige Haufwerke sowie die Ladung werden beim Transport abgedeckt, damit keine Staubverwehungen möglich sind. Innerhalb des abgesperrten Sanierungsperimeters arbeiten die Mitarbeitenden der Unternehmen mit einer üblichen Baukleidung, d.h. lange Hosen, lange Oberkleider, Sicherheitsschuhe und Helm.

Da Quecksilber stark ans Bodenmaterial gebunden ist, werden von der Baufirma Massnahmen zur Verhinderung von Staubentwicklungen getroffen (z.B. Befeuchten des kontaminierten Materials). Sollte bei gewissen Arbeiten dennoch eine Staubentwicklung auftreten, arbeiten die Mitarbeitenden vorsorglich mit Atemschutz. Die angeordneten Massnahmen basieren u.a. auch auf Empfehlungen der SUVA. Die Mitarbeitenden werden vor Beginn der Arbeiten über die zu berücksichtigenden Sicherheits- und Hygienemassnahmen durch Fachleute instruiert. Bei Befolgung dieser Regeln, stellen die Arbeiten für die Mitarbeitenden der Bauunternehmung keine Gefahr dar. Die Arbeiten werden zudem durch eine Umweltfachperson begleitet.

Durch die getroffenen Massnahmen sind die Auswirkungen ausserhalb des abgesperrten Sanierungsperimeters minimal, womit für die Anwohner keine gesundheitlichen Risiken bestehen. Falls es Abweichungen bei der Sanierung gibt, wird die Nachbarschaft entsprechend informiert.

 


Der Ablauf im Detail

Berücksichtigt von diesem Sanierungsprojekt werden Parzellen in den Siedlungsgebieten in Raron oder Visp, die eine Belastung von mehr als 2 mg Quecksilber pro Kilogramm Boden (> 2 mg Hg/kg) aufweisen.

In einem ersten Schritt werden die Eigentümer mit einem Unterschriftsblatt aufgefordert, dem Baugesuch zur Sanierung zuzustimmen. Dieses Dokument wurde im Januar 2017 durch die Dienststelle für Umweltschutz, kurz DUS, versandt. Sobald alle Unterschriftsblätter eingereicht wurden, kann jeweils ein Baugesuch bei der Gemeinde Raron und Gemeinde Visp für die betroffenen Parzellen eingereicht werden.

Persönliches Bauvorhaben geplant

Plant ein Eigentümer aktuell ein persönliches Bauvorhaben, so kann dies mit der Sanierung koordiniert werden. Voraussetzung hierfür ist eine rechtskräftige Baubewilligung für das persönliche Bauvorhaben zum Zeitpunkt der Sanierung. Sollen beide Projekte gleichzeitig realisiert werden, so ist eine spezielle Vereinbarung zwischen dem Eigentümer und Lonza nötig. Der Eigentümer muss in diesem Fall die Lonza AG (Hr. Rémi Luttenbacher) rechtzeitig kontaktieren, um die Details zu klären.

Unterschriftsblatt: Eigentümer stimmt nicht zu

Stimmt ein Eigentümer dem Baugesuch nicht zu oder reicht das Unterschriftsblatt zu spät ein, so wird die Parzelle vom Sanierungsprojekt ausgeschlossen. Gemäss gesetzlicher Grundlage sind Parzellen mit einer Belastung von mehr als 2 mg Hg/kg jedoch sanierungspflichtig, sodass die DUS eine Sanierungsverfügung erlassen wird. Dies bedeutet für den Eigentümer, dass die Sanierung schlussendlich selbst organisiert und bezahlt werden muss.

Um solche Fälle zu verhindern, bittet die DUS die Eigentümer, die dem Baugesuch nicht zustimmen wollen, sich rechtzeitig zu melden.

Sind die Formalitäten zum Unterschriftsblatt zum Baugesuch geklärt, so folgt der zweite Schritt: Der Sanierungsprojekt für Ihre Parzelle.

Sanierungsprojekt für Parzelle

Zwei Grundsätze sind hier wichtig. Erstens sollen unnötige Eingriffe, Störungen und Kosten durch die Entfernung von nicht oder nur schwach belastetem Material vermieden werden. Zweitens soll die Parzelle nach der Sanierung soweit als möglich wieder in den Zustand wie vor dem Eingriff versetzt werden. Dies wird durch die Unternehmung Arcadis Schweiz AG oder ein anderes von Lonza beauftragtes Unternehmen sichergestellt. Sie führen, wo nötig, weitere detailliertere Untersuchungen (sogenannte Sanierungsuntersuchungen) durch und erstellen eine Zustandsaufnahme der Parzelle.

In einem Gespräch zwischen dem Eigentümer, der DUS und Lonza werden die spezifischen Massnahmen festgelegt. Sämtliche Massnahmen werden in einem protokollierten Ausführungsprojekt festgehalten. Zwischen dem Eigentümer, dem DUS und Lonza werden die Massnahmen besprochen und definiert. Sämtliche Massnahmen werden in einem protokollierten Ausführungsprojekt festgehalten.

Liegt das Ausführungsprojekt vor, so wird eine Sanierungsvereinbarung durch den Eigentümer, den Kanton Wallis, die Lonza AG und die Gemeinde unterzeichnet. Das Ausführungsprojekt ist hierbei ein integrierender Bestandteil der Sanierungsvereinbarung. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung bestätigen alle Parteien, dass sie mit den geplanten Massnahmen einverstanden sind und Lonza diese umsetzt sowie unpräjudiziell vorfinanziert.

Sobald sämtliche Sanierungsvereinbarungen von einem Quartier vorliegen, kann zusammen mit dem rechtsgültigen Baugesuch die Sanierungsphase eingeleitet werden.

Die Sanierungsphase

Die Dekontaminierung erfolgt wie oben beschrieben. Eine Beprobung der freigelegten und sanierten Bodensohle dient als Erfolgskontrolle. Zum Schluss wird die Parzelle soweit als möglich wieder in den Zustand wie vor dem Eingriff versetzt.

Für die betroffenen Parzellen gibt es nach der Sanierung zwei Szenarien. Beträgt die Verunreinigung nach der Sanierung weniger als 0.5 mg Hg/kg, so ist die Parzelle unbelastet (totaldekontaminiert) und der Katastereintrag wird gelöscht. Sämtliche Kosten werden unpräjudiziell von der Lonza vorfinanziert.

Das Zweite Szenario ist eine sanierte Parzelle, die teilweise Restkontaminationen von 0.5 - 2 mg Hg/kg aufweist. Diese Restbelastungen von 0.5 - 2 mg Hg/kg sind für Mensch und Umwelt unbedenklich, jedoch bleiben die Restbelastungen dokumentiert. Die Kosten für die Entfernung des kontaminierten Materials mit mehr als 2 mg Hg/kg werden unpräjudiziell von der Lonza vorfinanziert. Ergänzend zum zweiten Szenario kann der Eigentümer eine Totaldekontamination seiner Parzelle beantragen. Möchte der Eigentümer seine Parzelle totaldekontaminieren, wird auch das Erdmaterial mit einer Belastung von 0.5 bis 2 mg Hg/kg entfernt. Die Mehrkosten hierfür gehen zu Lasten des Eigentümers.

Nach Abschluss der Arbeiten wird die beauftragte Unternehmung den Eigentümern und der DUS einen Schlussbericht zukommen lassen. Sobald dieser von der DUS genehmigt ist, gilt die Parzelle als saniert und die Katastereinträge werden entsprechend angepasst.