Fragen & Antworten Quecksilberproblematik

Finden Sie hier die Antwort auf ihre Frage nicht? Dann senden Sie uns ein E-Mail an kommunikation-visp@lonza.com

1. Allgemeine Fragen


Ab welchem Grenzwert gilt eine Parzelle als sanierungsbedürftig? Wann gelten welche Nutzungseinschränkungen?

  • Die Altlastenverordnung bestimmt einen Konzentrationswert von 2 mg Hg/kg bei Haus- und Familiengärten, Kinderspielplätzen und Anlagen, auf denen Kinder regelmässig spielen. Wird dieser Wert überschritten, muss die betroffene Parzelle saniert werden.
  • Solange die Parzelle nicht saniert wurde, gelten die Nutzungseinschränkungen, welche die Eigentümer im Informationsschreiben von der Dienststelle für Umweltschutz erhalten haben.
  • Für landwirtschaftliche Flächen gelten andere Konzentrationswerte. Hier muss saniert werden, wenn die Konzentration 20 mg Hg/kg überschreitet. Für den Bereich zwischen 0.5 mg Hg/kg und 20 mg Hg/kg werden Risikoabschätzungen durchgeführt.

Haben die bisherigen Untersuchungen im Siedlungsgebiet die gewünschten Antworten geliefert?

  • Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kontamination in den einzelnen Gebieten und sogar innerhalb der Parzellen heterogen ist.
  • Zudem gehen die Belastungen tiefer, als ursprünglich angenommen wurde.
  • Für Lonza steht im Vordergrund, dass die Untersuchungen korrekt und die damit verbundenen Sanierungen nachhaltig erfolgen können. Daher werden auf den sanierungsbedürftigen Parzellen vor Sanierungsbeginn noch ergänzende Sanierungsuntersuchungen durchgeführt. Dies mit dem Ziel, das Belastungsmuster auf der Parzelle besser zu charakterisieren und ein parzellenspezifisches Ausführungsprojekt zu planen.

Ab wann wird grossflächig in den Siedlungsgebieten saniert?

  • Wir gehen davon aus, dass ab Herbst 2017 mit den ersten Sanierungen im Siedlungsgebiet in Raron begonnen werden kann.
  • Die rechtskräftigen Baubewilligungen für die Siedlungsgebiete Visp und Raron liegen vor. Auch wurde das Sanierungsprojekt von der Dienststelle für Umwelt des Kantons Wallis (DUW) bewilligt.
  • In einem weiteren Schritt müssen die parzellenspezifischen Sanierungs­verein­barungen durch die Inhaber, die Gemeinde, den Kanton und die Lonza in einem Quartier unterzeichnet werden. Anschliessend kann mit den Sanierungsarbeiten in diesem Quartier begonnen werden. Es werden nicht alle Quartiere gleichzeitig saniert.

Wie erfolgt die Sanierung einer mit Quecksilber kontaminierten Fläche (mit einer Belastung grösser als 2 mg Hg/kg)?

  • Bei einer Quecksilbersanierung wird der kontaminierte Boden resp. Untergrund mit einer Belastung grösser als 2 mg Hg/kg abgetragen und durch sauberes Material ersetzt. Anschliessend wird die Parzelle soweit als möglich wieder in einen ähnlichen Zustand wie vor dem Eingriff versetzt.
  • Das kontaminierte Material wird mit konventionellen Baumaschinen ausgehoben, allenfalls auf separaten Haufen geordnet zwischengelagert und/oder direkt auf Transportmittel aufgeladen. Anschliessend wird es einer fachgerechten Entsorgung zugeführt. Allfällige Haufwerke sowie die Ladung werden beim Transport abgedeckt, damit keine Staub­ver­wehungen möglich sind. Innerhalb des abgesperrten Sanierungsperimeters arbeiten die Mitarbeitenden der Unternehmen mit einer üblichen Bau­kleidung, d.h. lange Hosen, lange Oberkleider, Sicherheitsschuhe und Helm.
  • Da Quecksilber stark ans Bodenmaterial gebunden ist, werden von der Baufirma Massnahmen zur Verhinderung von Staubentwicklungen getroffen (z.B. Befeuchten des kontaminierten Materials). Sollte bei gewissen Arbeiten dennoch eine Staubentwicklung auftreten, arbeiten die Mitarbeitenden vorsorglich mit Atemschutz. Die angeordneten Massnahmen basieren u.a. auch auf Empfehlungen der SUVA. Die Mitarbeitenden werden vor Beginn der Arbeiten über die zu berücksichtigenden Sicherheits- und Hygienemassnahmen durch Fachleute instruiert. Bei Befolgung dieser Regeln, stellen die Arbeiten für die Mitarbeitenden der Bauunternehmung keine Gefahr dar. Die Arbeiten werden zudem durch eine Umweltfachperson begleitet.
  • Durch die getroffenen Massnahmen sind die Auswirkungen ausserhalb des abgesperrten Sanierungsperimeters minimal, womit für die Anwohner keine gesundheitlichen Risiken bestehen. Falls es Abweichungen bei der Sanierung gibt, wird die Nachbarschaft entsprechend informiert.

Was passiert mit den Pflanzen (Bäume, Sträucher). Müssen diese auch entsorgt werden?

  • Studien haben gezeigt, dass sich das Quecksilber kaum in den Pflanzen akkumuliert.
  • Das genaue Vorgehen wird im Rahmen des parzellenspezifischen Ausführungsprojektes vor Beginn der Sanierung zwischen dem Eigentümer, der Lonza und der Dienststelle für Umweltschutz vereinbart. Falls Pflanzen entfernt werden müssen werden sie fachrecht entsorgt.

Wie wird gewährleistet, dass der Aushub, nicht entwendet / missbraucht wird?

  • Mit dem sogenannten VeVA-Begleitschein-Verfahren ist jederzeit kontrollierbar, wohin das Material geht. Jeder Lastwagen führt einen nummerierten VeVA-Begleitschein mit, der vom End-Entsorger unterschrieben wird.
  • Die Lonza als Abgeber und der Annehmer-Betrieb melden die Mengen mit Begleitschein­­nummern an den Kanton.
  • Bei Exporten ist zudem ein Notifikationsverfahren erforderlich, das vom BAFU kontrolliert wird; der Unternehmer muss eine entsprechend hohe Kaution leisten.

Was können Eigentümer tun, deren Parzellen eine Belastung zwischen 0.5 mg Hg/kg und 2 mg Hg/kg aufweisen?

  • Für Flächen mit einer Hg-Belastung zwischen 0.5 mg/kg und 2 mg/kg besteht laut BAFU keine Gesundheitsgefährdung. Diese Flächen sind nicht sanierungs­bedürftig und sind daher nicht Teil des Gesamtsanierungsprojektes.
  • Eine Dekontamination dieser belasteten Flächen bis kleiner 0.5 mg Hg/kg ist gesetzlich nicht notwendig, aber auf Wunsch des Eigentümers dennoch möglich. In diesem Fall werden die Massnahmen nicht durch die Lonza durchgeführt und auch nicht vorfinanziert. Der Eigentümer muss die sogenannte Totaldekontamination selber organisieren und bezahlen.
  • Die beiden vorherigen Aussagen gelten auch für Parzellen, die nach der Sanierung eine Restbelastung zwischen 0.5 mg Hg/kg und 2 mg Hg/kg aufweisen. In diesem Fall ist es jedoch sinnvoll, beide Arbeiten (die gesetzlich geforderte Sanierung und die Totaldekontamination) parallel bzw. in einem Schub durchzuführen. Falls dies vom Eigentümer gewünscht ist, wird es entsprechend im Ausführungsprojekt berücksichtigt. Die Kostenabrechnungen laufen jedoch separat.

Wie hoch sind die Kosten für Betroffene, die eine Parzelle mit einer Belastung unterhalb 2 mg Hg/kg im Siedlungsgebiet sanieren möchten?

  • Bei einer Belastung kleiner als 2 mg Hg/kg besteht kein Sanierungsbedarf, da diese keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen.
  • Wünscht ein Eigentümer dennoch, eine solche Fläche mit einer Belastung von 0.5 – 2 mg Hg/kg zu sanieren (man spricht in diesem Fall korrekterweise von einer Totaldekontamination, nicht von einer Sanierung), muss er dies selber finanzieren. Die dabei für den Eigentümer entstehenden Kosten für diese Totaldekontamination hängen von der Grösse der belasteten Fläche und von der Belastungstiefe ab. Es kann daher keine pauschale Kostenangabe gemacht werden. Da die Entsorgungskosten von der Höhe der Belastung abhängig sind, kann jedoch davon ausgehen, dass solches Material günstiger entsorgt werden kann als Material das bei einer Sanierung entsteht.

2. Quecksilber, Produktion und Ablagerungen

Um welche chemische Form von Quecksilber handelt es sich bei den Belastungen im Oberwallis?

  • Es handelt sich hauptsächlich um anorganisches Quecksilber, das wahrscheinlich als Salz vorliegt. Die bisherigen Untersuchungen weisen klar darauf hin, dass das Quecksilber kaum mobil ist. Dies wird unter anderem durch die seit 2015 regelmässig durchgeführten Grundwasseruntersuchungskampagnen bestätigt, bei welchen Quecksilber ein einziges Mal im Spurenbereich weit unter dem gesetzlichen Grenzwert gemessen wurde.
  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass Quecksilber in elementarer und flüchtiger Form vorliegt. Die durchgeführten Untersuchungen bestätigen dies.
  • Organisches Quecksilber wurde, wenn überhaupt, nur im Spurenbereich in Feststoff­proben gefunden. In Gemüseproben wurde kein organisches Quecksilber gefunden.

Kann sich eine solche Belastung wiederholen?

  • Nein, da belastete Böden und Sedimente fachgerecht entsorgt werden. Zusätzlich wurden wirksame Massnahmen getroffen, um den Quecksilberaustrag zu verhindern.

Welche Massnahmen werden aktuell getroffen, um ein Austreten von Quecksilber aus dem Werk zu verhindern?

  • Die einzige Anlage der Lonza in Visp die noch Quecksilber als Katalysator verwendete, ist nicht mehr in Betrieb. Bei Rückbauarbeiten wird sehr darauf geachtet, dass es keine Quecksilber-Verluste gibt. Das dazu notwendige Wissen ist vorhanden.
  • Die Klärschlämme aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) wo sich das allfällig im Abwasser befindete Quecksilber konzentriert werden verbrannt. Die Abluft aus der Verbrennung wird via Rauchgaswäscher gereinigt.

In welchen Produktionsprozessen bzw. Anlagen arbeitet/e Lonza mit Quecksilber?

  • Zur Herstellung von Acetaldehyd wurde Quecksilber als Katalysator eingesetzt. Im Rahmen einer Portfoliobereinigung und eines neuen Verfahrens auf der Basis von Erdgas hat Lonza diesen Produktionsprozess eingestellt, resp. arbeitet nicht mehr mit Quecksilber.
  • Früher wurde Quecksilber auch zur Herstellung von Vinylchlorid und Chlor verwendet.

Hat Lonza noch weitere Altlasten?

  • Das Lonza-Werk existiert seit 100 Jahren. Die industrielle Nutzung des Areals hat zu gewissen Kontaminationen innerhalb des Lonza-Areals geführt, die zurzeit detailliert untersucht werden. Das Lonza-Areal ist daher auch im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Das Grundwasser im Bereich und im Abstrom des Lonza-Werksareals wird laufend überprüft.
  • Die ehemalige Deponie in Gamsenried ist sanierungsbedürftig und es laufen hierzu zurzeit Abklärungen und detaillierte Untersuchungen. Seit den 80iger Jahren läuft zudem eine Sicherungsmassnahme (Pump & Treat Verfahren). Dabei wird das belastete Grundwasser abgepumpt, in die ARA Visp geleitet und dort behandelt. Das Grundwasser im Bereich und im Abstrom der Deponie wird laufend überprüft.

3. Sanierung

Aufgrund welcher Kriterien wurden die Parzellen für die beiden Pilotsanierungen ausgewählt?

  • Es handelte sich bei beiden Pilotsanierungen um öffentliche Parzellen, die gut für Baumaschinen zugänglich waren.
  • Nach dem erfolgreichen 1. Pilotprojekt beim Sportplatz in Visp wollte man die 2. Pilotsanierung auf einer öffentlichen Parzelle in Raron durchführen. Somit erfolgte die Sanierung des Fussballfeldes Moos in Raron.

Muss grossflächig saniert werden? Gibt es einen Sanierungsplan mit entsprechendem Budget?

  • Aufgrund der Ergebnisse muss punktuell saniert werden.
  • Neben den technischen Untersuchungen finanziert Lonza ohne Präjudiz auch alle gesetzlichen Sanierungen im Siedlungsgebiet zwischen Visp und Raron vor. Hierzu und für andere Umweltprojekte weltweit bildet das Unternehmen laufend Reserven (2016 CHF 92 Millionen weltweit).

Mit welchen Gesamtkosten bei den Untersuchungen und den Sanierungen ist zu rechnen? Wie viel Geld wurde bis heute für Untersuchungen und für Kosten ausgegeben.

  • Wir gehen heute von einem zweistelligen Millionenbetrag aus. Es ist schwierig, zum heutigen Zeitpunkt eine verlässliche abschliessende Kostenschätzung abzugeben.
    • Die Untersuchungen und auch die Sanierungen sind ein iterativer Prozess. D.h. es ist möglich, dass während den Sanierungen weitere Untersuchungen gemacht werden müssen. Je nach Belastung in die Tiefe muss allenfalls weiter saniert warden.
    • Es wird zurzeit mit einer ergänzenden technischen Untersuchung begonnen auf Parzellen im Siedlungsgebiet die bisher als belastet eingestuft wurden, auf welchem jedoch ein gewisses Risiko besteht, dass sie in der Tat sanierungsbedürftig sind. Je nach Resultat dieser Untersuchungen kann die Anzahl der zu sanierenden Parzellen und somit die Sanierungskosten steigen.
  • Lonza kommuniziert jeweils den weltweit zurückgestellten Betrag für Umweltprojekte. Dieser betrug 2016 CHF 82 Millionen (2015 CHF 61 Millionen). Der Betrag umfasst unter anderem auch die Kosten für die unpräjudizelle Vorfinanzierung der technischen Untersuchungen sowie der gesetzlichen Sanierungen der mit Quecksilber belasteten Böden in den Siedlungsgebieten zwischen Visp und Raron.

Wo wird der kontaminierte Boden entsorgt / deponiert?

  • Das hängt stark von der Belastung ab.
  • Erdreich mit Belastungen bis 5mg/kg können in der Schweiz deponiert werden.
  • Erdreich mit höheren Belastungen muss thermisch behandelt werden. Das ist zurzeit nur im Ausland möglich.  
  • Je nach physikalischen Eigenschaften der Böden kann ebenfalls eine Entsorgung über eine Bodenwaschanlage erfolgen.

4. Haftung

Wird Lonza die Kosten der Sanierung zu hundert Prozent tragen? Wie hoch werden sich diese belaufen?

  • Das ist eine komplexe Fragestellung und aus heutiger Sicht noch nicht zu beantworten. Die Verantwortlichkeiten und damit auch die Haftung müssen im Verlauf der Abklärungen festgelegt werden.
  • Die historische Untersuchung, welche 2011 im Auftrag der Dienststelle für Umweltschutz durchgeführt wurde, hält fest, dass mehrere Mitwirkende bei der Austragung der quecksilberhaltigen Sedimente des Grossgrundkanals auf umliegende Böden beteiligt waren.
  • Im Moment ist die Haftungsfrage noch nicht geklärt. Die Kostenbeteiligung der Lonza hängt von der Haftungsfrage zwischen dem Kanton, den Gemeinden sowie von Lonza ab.
  • Die Inhaber von sanierungsbedürftigen Parzellen im quecksilberbelasteten Siedlungsgebiet zwischen Visp und Raron müssen sich nicht an den Sanierungskosten ihrer Parzellen beteiligen. Das haben der Kanton Wallis, Lonza AG und die Gemeinden Visp und Raron Anfang September 2017 vereinbart.

Wer übernimmt eine allfällige Kostenbeteiligung der Inhaber?

  • Die Vereinbarung zwischen dem Kanton, den Gemeinden und Lonza sieht vor, dass der Anteil der Inhaber zwischen den drei Vereinbarungsparteien anteilsmässig je nach noch zu definierendem Kostenteiler übernommen wird, wobei ein Kostendach von 1.5 Mio. CHF für die Beteiligung des Kantons und je 1 Mio. CHF für die Beteiligung der beiden Gemeinden festgelegt wurde. Übersteigt der gesammelte Kostenanteil der Inhaber diese Kostendächer, übernimmt die Lonza AG die Differenz zusätzlich zu ihrem pro rata Anteil.

Gilt der Kostenteiler nur für das Siedlungsgebiet oder auch für die Landwirtschaftszone?

  • Die nun unterzeichnete Vereinbarung zur Befreiung der Bodeninhaber an den Sanierungskosten in Visp und Raron und die darin festgelegten Kostendächer gelten nur für das Siedlungsgebiet. Bevor die Kosten in der Landwirtschaftzone besprochen werden können, muss noch die laufende ergänzende historische Untersuchung abgeschlossen werden, eine ergänzende Detailuntersuchung durchgeführt und ein Sanierungsprojekt erstellt und genehmigt werden. Prioritär wird das Siedlungsgebiet saniert und erst dann die Landwirtschaftszone.

Gilt diese Regelung auch für sanierungsbedürftige Parzellen, die man allenfalls später noch findet (in welchem Perimeter, bis wann, welche Voraussetzungen)?

  • Diese Vereinbarung gilt für alle Inhaber von sanierungsbedürftigen Grundstücken im Siedlungsgebiet, die einen verwaltungsrechtlichen Vertrag „Sanierungsvereinbarung“ zusammen mit dem Kanton Wallis, der Gemeinde am Ort des belasteten Grundstücks und der Lonza AG mitunterzeichnet haben.

Wann wird der Kostenteiler festgelegt?

  • Die Arbeiten für die Festlegung des Kostenteilers laufen nach wie vor. Andere Beispiele in der Schweiz haben gezeigt, dass die Klärung auch für sehr viel einfachere Fälle mehrere Jahre dauern kann. Deshalb ist auch die nun unterzeichnete Vereinbarung zur Befreiung der Bodeninhaber an den Sanierungskosten in Visp und Raron so wichtig, um konkret die Sanierung ohne die Sorge der Kosten für den Inhaber durchführen zu lassen. Für Lonza steht im Vordergrund, dass so rasch wie möglich saniert werden kann.

Wer wusste von der Belastung des Kanals (Lonza, Gemeinde, Kanton, Landbesitzer)?

  • Aufgrund der Beobachtungen in den Sedimenten im Genfersee wurden in den 70-er Jahren auch im Grossgrundkanal Untersuchungen durchgeführt.
  • Behörden und Lonza wussten dadurch von der Belastung des Kanals. In der Folge wurde verlangt, dass die Sedimente auf einer geeigneten Deponie abgelagert wurden.

 


5. Umwelt-Risiko

Wie gefährlich ist es für Kinder, Erwachsene und Tiere, wenn sie sich Quecksilber-belasteten Böden nähern?

  • Das Quecksilber befindet sich laut Untersuchung seit rund 50 bis 80 Jahren im Boden.
  • Gebunden an Bodenpartikel kann Quecksilber über die Atemwege oder den Mund aufgenommen werden.
  • Nach heutigem Wissensstand konnte man bisher keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen an Menschen und Tieren im Raume des GGK feststellen. Das wurde vom Kantonsarzt bestätigt.
  • Wir gehen davon aus, dass sich daran auch nichts ändern wird.
  • Im September 2014 wurde durch den Kanton bei der Universität Zürich eine epidemio­logische Studie in Auftrag gegeben. Die Resultate dieser an insgesamt 171 Teilnehmern durch­geführten Studie wurden im Juni 2016 veröffentlicht. Fazit: Für eine relevante Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Quecksilber aus dem Boden im Rahmen des normalen Umweltkontaktes liessen sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise finden
  • Gutachten/Bericht der Universität Zürich

Kann das Fleisch von den grasenden Tieren gegessen werden?

  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Quecksilberbelastung der Böden in der Nahrungskette ein Problem darstellt.

6. Kosten

Wer bezahlt diese Untersuchungen und wer übernimmt die Sanierungskosten?

  • Lonza hat sich für die alleinige Vorfinanzierung aller notwendigen Untersuchungen zwischen Visp und Niedergesteln bereit erklärt – dies ohne Präjudiz.
  • Zudem finanziert Lonza für alle belasteten Böden im Siedlungsgebiet mit einer Hg-Belastung über 2 mg/kg die Sanierungskosten unpräjudiziell vor, bis die Haftungsfrage geklärt und der Kostenteiler festgelegt ist.
  • Dies gewährleistet, dass mit den Sanierungsarbeiten rasch begonnen werden kann, ohne einen Entscheid abzuwarten, welche Partei welche Kosten übernehmen muss.

Die IG Quecksilber fordert zudem eine Entschädigung für die Nutzungseinschränkungen, welche die Eigentümer in den letzten Jahren hatten. Mit welchem Betrag können die Eigentümer rechnen?

  • Kanton, Gemeinden und Lonza haben freiwillig in einer Vereinbarung entschieden, die Inhaber von sanierungsbedürftigen Parzellen von allfällig anfallenden Kosten zu befreien.
  • Lonza finanziert die technischen Untersuchungen sowie die gesetzlichen Sanierungen ohne Präjudiz vor. Der Gesetzgeber entscheidet in einem späteren Schritt, welche Partei (Kanton, Gemeinden, Lonza) welche Haftungsanteile übernehmen muss.
  • Entschädigungen für Nutzungseinschränkungen sieht das Umweltschutzgesetz nicht vor und können somit nicht vorfinanziert werden, resp. fallen später auch nicht in einen Kostenteiler.